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Zukunftsängste und Zweifel oder wie man zufrieden nach vorne blickt

Da sitze ich nun….29 Jahre alt und die letzten 3 Jahre sind an mir vorbei geflogen. Ich höre meine Lieblingsmusik aus den 2000ern und frage mich was passiert jetzt in den nächsten Jahren?
Laut meinen Schulfreundinnen, bin ich schon fast zu alt zum Kinder kriegen. Man wird wirklich sehr schräg angeschaut, wenn man sagt wie alt man ist und das man noch nicht verheiratet ist und auch noch keine Kinder hat. „Wann hast du das denn alles vor? Du bist fast 30.!“ Ich sage dann natürlich immer, dass ich es selber noch nicht will und ich ja noch Zeit habe, aber stimmt das?
Ich habe so gut wie keine großen Rücklagen. Ich bin froh gerade mal so eine Riester-Rente gemacht zu haben….Bausparvertrag? Schon vor Jahren ausgezahlt und nun….nun überlege ich, wie das andere Leute machen?
Die haben dieses ganz normale Leben. Haben (im besten Fall) schon zwei Kinder und sind verheiratet. Bauen sich ein Haus oder leben in einer großen Wohnung und fahren einmal im Jahr in einen großen All-Inclusive Urlaub. Ach ja, bitte vergesst den regelmäßigen Sport nicht! Alle haben einen festen Job und leben vor sich hin mit Kind und Kegel. Kurzum: sie brauchen gar keine Angst vor der Zukunft haben, denn sie haben sich damit schon ordentlich beschäftigt!
Blick zu mir: Ich lebe in einer 60qm großen Wohnung. Bin selbstständig und Haus und Kind sind in weiter Ferne. Kinder, weil es jetzt einfach noch nicht der richtige Zeitpunkt wäre und die auch ernährt werden müssen und Haus….ich könnte mir gerade so ein VogelHAUS leisten. Das würde gehen 😀
Und mein Job. Tja es klingt immer so toll, was man alles so sieht und liest, aber wenn man in diesem Business selbstständig ist, ist man nun mal für sich alleine zuständig. Du musst dir auch erstmal einen Puffer zusammensparen um dich ein paar Monate ohne Job über Wasser zu halten. Klar verdienen wir an einem Tag vielleicht in den Augen von vielen, zu viel Geld, aber dass muss dann auch erstmal für ein paar Wochen oder schlimmer sogar MonatE reichen. Wir wissen nie was als nächstes kommt? Kannst du dir einen Urlaub leisten oder willst du das Geld lieber für schlechte Monate beiseite legen….

Da sitze ich nun und denke genau über das nach.
Ich denke man kann sehr gut sagen, dass es Zukunftsängste sind. Die Zeit verfliegt und man denkt über all seine Entscheidungen im Leben nach.
Kennt ihr das wenn euch Musik und auch Düfte in die Vergangenheit befördern? Ich bin in letzter Zeit oft in Gedanken bei meiner ENERGY BERLIN Zeit und muss sehr oft an meine erste eigene Wohnung denken. Nicht, dass ich mich danach sehne, dass es so ist wie es einmal war. Nein….oder?…ich weiß es nicht. Ok, die Tränen, gebrochenen Herzen (immer meins) und Nervenzusammenbrüche damals, brauche ich wirklich nicht mehr!
Ich meine nicht das Single sein und die ständige Feierei, sondern ich sehne mich glaube ich eher danach, keine Angst vor der Zukunft zu haben. Man ist einfach aufgestanden und ins Bett gegangen ohne groß über seinen Tag nachzudenken. Man hat gegessen was man wollte (ok das mache ich jetzt auch noch), man hat sich die Nächte um die Ohren geschlagen, man hat ungesunde Dinge gemacht, nur um einem Kerl zu gefallen und man hat gearbeitet, weil man es eben so gesagt bekommen hat.
Man hat alles einfacher gesehen…..Zukunft? „Fuck it! Ich bin 24!“ Ich kann riechen und schmecken, wie sich mein Leben damals angefühlt hat. 5 Jahre später sieht das Ganze anders aus. Klar habe ich eine Sehnsucht von damals weniger, aber auch wenn du den perfekten Partner gefunden hast, bleiben sie trotzdem da und wenn sie sich einmal an dir fest genagt haben, lassen sie dich nicht mehr los. Die Zukunftsängste und Zweifel.

Hätte ich mich nicht schon früher um einen sicheren Job kümmern sollen?
Hätte ich früher damit anfangen sollen Geld zu sparen OHNE immer an das Ersparte zu gehen.
Brauche ich noch eine Versicherung die mich in der (jetzt noch) entfernten Zukunft unterstützt?!
Wie lange sind alle meine geliebten Familienmitglieder da?
Wer von meinen Freunden begleitet mich in den nächsten Jahren weiter auf meinem Weg?
Werde ich noch dicker, wenn ich nicht endlich mit dem Sport anfange oder sogar krank?
Wann kommt endlich dieser eine Job, der mich von meinen Geldsorgen befreit?

Das geht mir also durch den Kopf während die Zeit rast.
Wann kommt der Punkt in dem ich ein Kind haben möchte? Wann kommt der Moment an dem ich einen Heiratsantrag bekomme? Wann kommt der Zeitpunkt, an dem ich aufhöre in die Vergangenheit zu schauen und mich nur auf die Zukunft konzentriere? Wann werden sich endlich meine Träume erfüllen?

Das Schlimme ist: Ich weiß es nicht.
Die Zeit vergeht so schnell, da hat man sich nichtmal die Fragen durchgelesen, schon ist ein Jahr wieder rum. Aber….was ist wenn es nicht nur mich betrifft? Was ist, wenn selbst diese Schulfreundinnen zu Hause sitzen und sich auch Fragen zur Zukunft stellen? Vielleicht haben sie ja Kinder und ein Haus, aber hat nicht jeder Angst vor der Zukunft? Wer garantiert einem den perfekten Job bis ans Lebensende? Wer garantiert einem die Liebe bis zum Tod und wer garantiert einem immer das passende Geld zu haben? Gehen ihnen diese Fragen durch den Kopf, während ich hier sitze und in meiner kleinen Krise versinke? Es wäre ihnen nicht zu wünschen, aber doch wäre es normal. Oder?

Ich habe leider keinen Rat, aber ich (wenn es manchmal etwas dunkler ist) versuche einfach so gut es geht die Zeit zu genießen und das mindestens einmal am Tag etwas positives passiert. Und wenn das nicht der Fall ist, dann eben morgen! Man darf eines nicht vergessen und aus den Augen verlieren, bei diesen ganzen Ängsten….es wird irgendwann und irgendwie besser. Manchmal muss man sich eben auf die kleinen und nicht weniger wichtigen Momente beschränken. Man ist gesund, man hat jeden Abend trotzdem etwas zu Essen auf dem Tisch, man ist umgeben von seinen Liebsten und vielleicht sogar von der Liebe seines Lebens. Puh ganz schön sentimental oder? Man kann sich auch einfach vor Augen führen, was man schon alles erreicht hat in seinem Leben. Man hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Man lernt tolle Menschen auf den spannendsten Events kennen. Man kann reisen (wenn man dann das Geld hat) ohne sich Gedanken um Kinder machen zu müssen. Ich kann mir meine Tage so planen wie ich will und habe die liebsten Menschen um mich herum und die Familie wächst.

Da sitze ich nun…29 Jahre alt und es ist doch nicht alles so schlimm, wie man immer denkt.

Franzi

Hallo Ihr, ich bin Franzi und das ist meine Seite. Geboren in Berlin, aufgewachsen in Disneyland, gelernt beim Radio, dann TV und nun freie Moderatorin und Redakteurin. Hier gibt es nur Dinge die mich wirklich interessieren und hinter denen ich auch stehe. Meine Arbeit und meine Erlebnisse. Dinge bei denen ich gelacht oder auch geweint habe. Ihr könnt euch sicher sein: Das bin zu 1000% ich!

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  • Ach schön geschrieben Maus!
    Ich denke, diese Zukunftsängste hat jeder hin und wieder und sie sind eben dann verstärkt, wenn es im Leben einen Wendepunkt gibt. Vorallem, wenn dieser mit Geldeinbußen und fehlenden Sicherheiten behaftet ist.
    Egal, ob es ein neuer Job, ein neues Lebensmodel, die neue Selbständigkeit oder einfach nur banale Dinge sind, die geschehen.
    Veränderungen lassen immer Ängste und sogar Zweifel aufkommen.
    Das Gute ist nur, dass sie nicht von langer Dauer sind, weil man oft schnell merkt, dass einfach vieles so sein muss wie es gerade ist.
    Man muss nur jede einzelne Phase seines Lebens versuchen zu genießen, denn die Zeit verfliegt einfach viel zu schnell.

    Hab dich lieb!!

  • Schöner Text, der von den Gedanken her sehr zu meinen passt und wohl einfach „normal“ ist.
    Wir leben in einer schnelllebigen Zeit und vor allem in Künstler-Berufen hat wohl jeder irgendwann diese Gedanken, vor allem, wenn man nicht den Support durch bereits etablierte Eltern in der Branche hat.

    Woher die Gedanken kommen? Ich bin der Meinung, dass sie uns durch unsere Umwelt zugetragen werden. Wir sind die erste Generation, die im Gegensatz zu damals, wirklich alle Möglichkeiten hat und doch gibt es ein sehr veraltetes Bild in den meisten Köpfen. Viele geben sich damit zu frieden, eine Lehre zu machen, zu heiraten, Kinder zu bekommen und ein Haus zu bauen. Sie haben nicht das Verlangen, raus in die Welt zu gehen und zb als Moderator oder Schauspieler zu arbeiten. Denn wenn wir eines in der Kindheit lernen, dann, dass wir uns eine Sicherheit aufbauen „müssen“. Was aber in Deinem/unserem Berufszweig zu Beginn fast unmöglich ist.

    Jeder Mensch hat Angst und stellt sich Lebensfragen. Egal was man beruflich macht. Es wird auch viele geben, die neidisch auf deinen Beruf sind und selbst gern die Kraft dazu hätten, so einen Weg zu gehen. Doch dann wiegen sie sich lieber in Sicherheit. Und nur weil viele ein altes Arbeits/Lebensbild verfolgen, heißt das nicht, dass man das auch tun muss.

    JA, man weiß nicht, ob du dich jemals als Moderatorin finanzieren kannst, aber man weiß nie, was noch kommen mag und das ist eigentlich das Schöne. Vor allem in einem Beruf wie deinem, es passiert so viel verschiedenes und egal wie schwer der Anfang ist, ist er doch um so aufregender.

    Und Familie? Haus? Hund? Wenn Du es wirklich willst, wird es irgendwann einfach passieren.
    Ich hab da auch oft den Gedanken: Das muss finanziert werden. Aber der Gedanke ist falsch. Wenn das Kind kommt, wird es irgendwie gehen. Und anscheinend fehlt dazu ja noch der richtige Mann an deiner Seite. (Und dieses Problem haben genügend in unserem Alter)
    Und vielleicht kommt irgendwann der Tag, wo du sagst: „Ich arbeite hinter der Kamera oder mache was ganz anderes“. Dann kannst Du aber zu 100%iger Sicherheit auf eine tolle Zeit mit wunderbaren Eindrücken zurück schauen und weißt für dich, dass du es versucht hast.
    Für jeden guten Moderator/in gibt es einen Arbeitsplatz. Aber das braucht dann oft viel Zeit, was eine lange und zweifelnde Durststrecke voraussetzt. Vor allem durch die tolle und hochbegabte Influencer-Konkurrenz.

    Auf jeden Fall fühle ich total mit dir, denn es geht mir ähnlich und es ist schön zu lesen, dass man nicht alleine damit ist.
    Ich weiß aber auf jeden Fall (und das ist vielleicht der RAT) – verfolge deine Ziele und es werden Türen aufgehen die so unerwartet kommen, dass man heute nicht mal davon träumen kann.
    Jan Böhmermann ist dafür ein sehr gutes Beispiel. Er war ewig im Radio und keiner wollte ihn im TV. Heute wird er gefeiert. Sein Weg bis zum heutigen Tag hat über 15 Jahre gedauert. Und auch er wird oft gezweifelt und sich die selben Fragen gestellt haben. Jetzt ist er erfolgreich und die Kinder waren schon da, als der Fame noch in der Ferne zu suchen war.

    • Wow! Vielen lieben Dank für deinen Kommentar!
      Ich stimme dir in allen Dingen zu und es sollte auch gar nicht so düster klingen, wie man vlt annimmt 😉 Gerade Heiraten und Kinder brauche ich jetzt noch nicht, aber habe definitiv den richtigen Partner an meiner Seite dafür (Das meinte ich mit „klar habe ich eine Sehnsucht von damals weniger, aber selbst wenn man den Partner hat…“) Da hatte ich also Glück (Puuuh) :D. Am Ende wird schon alles gut werden, man muss so etwas aber auch einfach mal ansprechen :) Vielen lieben Dank und LG aus Berlin :)

  • COMMENTS (3)

    1. Ren 16th Juli 2017 at 2:13 pm -

      Schöner Text, der von den Gedanken her sehr zu meinen passt und wohl einfach „normal“ ist.
      Wir leben in einer schnelllebigen Zeit und vor allem in Künstler-Berufen hat wohl jeder irgendwann diese Gedanken, vor allem, wenn man nicht den Support durch bereits etablierte Eltern in der Branche hat.

      Woher die Gedanken kommen? Ich bin der Meinung, dass sie uns durch unsere Umwelt zugetragen werden. Wir sind die erste Generation, die im Gegensatz zu damals, wirklich alle Möglichkeiten hat und doch gibt es ein sehr veraltetes Bild in den meisten Köpfen. Viele geben sich damit zu frieden, eine Lehre zu machen, zu heiraten, Kinder zu bekommen und ein Haus zu bauen. Sie haben nicht das Verlangen, raus in die Welt zu gehen und zb als Moderator oder Schauspieler zu arbeiten. Denn wenn wir eines in der Kindheit lernen, dann, dass wir uns eine Sicherheit aufbauen „müssen“. Was aber in Deinem/unserem Berufszweig zu Beginn fast unmöglich ist.

      Jeder Mensch hat Angst und stellt sich Lebensfragen. Egal was man beruflich macht. Es wird auch viele geben, die neidisch auf deinen Beruf sind und selbst gern die Kraft dazu hätten, so einen Weg zu gehen. Doch dann wiegen sie sich lieber in Sicherheit. Und nur weil viele ein altes Arbeits/Lebensbild verfolgen, heißt das nicht, dass man das auch tun muss.

      JA, man weiß nicht, ob du dich jemals als Moderatorin finanzieren kannst, aber man weiß nie, was noch kommen mag und das ist eigentlich das Schöne. Vor allem in einem Beruf wie deinem, es passiert so viel verschiedenes und egal wie schwer der Anfang ist, ist er doch um so aufregender.

      Und Familie? Haus? Hund? Wenn Du es wirklich willst, wird es irgendwann einfach passieren.
      Ich hab da auch oft den Gedanken: Das muss finanziert werden. Aber der Gedanke ist falsch. Wenn das Kind kommt, wird es irgendwie gehen. Und anscheinend fehlt dazu ja noch der richtige Mann an deiner Seite. (Und dieses Problem haben genügend in unserem Alter)
      Und vielleicht kommt irgendwann der Tag, wo du sagst: „Ich arbeite hinter der Kamera oder mache was ganz anderes“. Dann kannst Du aber zu 100%iger Sicherheit auf eine tolle Zeit mit wunderbaren Eindrücken zurück schauen und weißt für dich, dass du es versucht hast.
      Für jeden guten Moderator/in gibt es einen Arbeitsplatz. Aber das braucht dann oft viel Zeit, was eine lange und zweifelnde Durststrecke voraussetzt. Vor allem durch die tolle und hochbegabte Influencer-Konkurrenz.

      Auf jeden Fall fühle ich total mit dir, denn es geht mir ähnlich und es ist schön zu lesen, dass man nicht alleine damit ist.
      Ich weiß aber auf jeden Fall (und das ist vielleicht der RAT) – verfolge deine Ziele und es werden Türen aufgehen die so unerwartet kommen, dass man heute nicht mal davon träumen kann.
      Jan Böhmermann ist dafür ein sehr gutes Beispiel. Er war ewig im Radio und keiner wollte ihn im TV. Heute wird er gefeiert. Sein Weg bis zum heutigen Tag hat über 15 Jahre gedauert. Und auch er wird oft gezweifelt und sich die selben Fragen gestellt haben. Jetzt ist er erfolgreich und die Kinder waren schon da, als der Fame noch in der Ferne zu suchen war.

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      • Franzi 19th Juli 2017 at 11:38 pm

        Wow! Vielen lieben Dank für deinen Kommentar!
        Ich stimme dir in allen Dingen zu und es sollte auch gar nicht so düster klingen, wie man vlt annimmt 😉 Gerade Heiraten und Kinder brauche ich jetzt noch nicht, aber habe definitiv den richtigen Partner an meiner Seite dafür (Das meinte ich mit „klar habe ich eine Sehnsucht von damals weniger, aber selbst wenn man den Partner hat…“) Da hatte ich also Glück (Puuuh) :D. Am Ende wird schon alles gut werden, man muss so etwas aber auch einfach mal ansprechen :) Vielen lieben Dank und LG aus Berlin :)

        Reply
    2. Anni 16th Juli 2017 at 12:54 pm -

      Ach schön geschrieben Maus!
      Ich denke, diese Zukunftsängste hat jeder hin und wieder und sie sind eben dann verstärkt, wenn es im Leben einen Wendepunkt gibt. Vorallem, wenn dieser mit Geldeinbußen und fehlenden Sicherheiten behaftet ist.
      Egal, ob es ein neuer Job, ein neues Lebensmodel, die neue Selbständigkeit oder einfach nur banale Dinge sind, die geschehen.
      Veränderungen lassen immer Ängste und sogar Zweifel aufkommen.
      Das Gute ist nur, dass sie nicht von langer Dauer sind, weil man oft schnell merkt, dass einfach vieles so sein muss wie es gerade ist.
      Man muss nur jede einzelne Phase seines Lebens versuchen zu genießen, denn die Zeit verfliegt einfach viel zu schnell.

      Hab dich lieb!!

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