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Chester Bennington – Die Stimme einer ganzen Generation

„Chester Bennington ist tot“ bekomme ich plötzlich eine WhatsApp. Ich starre auf mein Handy und der erste Gedanke war „Ok….das ist doch sicher wieder so eine Fake Meldung.“ Ich mein jeder Promi wurde schon mal von irgendwelchen Trolls für tot erklärt. Doch auf einmal schrieben sämtliche Seiten das Gleiche. Man konnte gar nicht so schnell gucken, wie der Facebook-Feed voll mit Meldungen und Beileidsbekundungen war. Es stimmt also…..aber WAS?! Chester Bennington….der, der meiner Generation eine Stimme gegeben hat, ist tot?! Spätestens als Bandkollege und Freund Mike Shinoda es bestätigte, musste man anfangen es zu glauben. Er soll sich erhängt haben. In seinem Schlafzimmer, an einer Tür, mit einem Gürtel. Furchtbar. Unfassbar schockierend….so eine Scheiße!

Er litt schon seit Jahren unter Depressionen, Alkohol- und Drogenmissbrauch. Dazu kommt noch, dass er als Kind sexuell missbraucht wurde. So lange und oft hatte er uns in seinen Songs und in Interviews davon erzählt, dass er oft daran dachte sich einfach umzubringen. DACHTE! Er war wieder auf dem Weg der Besserung….das sagte er selbst zumindest. Das neue Album war draußen und wurde gefeiert. Die Single „Heavy“ zeigt aber wie kaputt er innerlich immer noch war.
Trotzdem gab er Anderen weiter Mut und beteuerte, dass es ihm besser ginge. Ich habe schon mal gehört, dass Selbstmordgefährdete und die die sich tatsächlich umbringen am Ende schon ihren Frieden mit sich und der Welt schließen. Denn sie haben schon alles geplant und wissen genau, wie und wann es vorbei sein wird. Dann geht es ihnen besser und sie können bewusst, aber für die Menschen im Umfeld unbewusst, Abschied nehmen. Im Fall von Chester war es genau an dem Tag, an dem sein Freund Chris Cornell Geburtstag gehabt hätte. Dieser hatte sich nämlich im Mai umgebracht und Chester damit aus der Bahn geworfen. Wie schlimm muss diese Krankheit sein, wenn du trotz deiner 6 Kinder, keinen Ausweg mehr siehst?! So vielen Menschen hat er durch schwere Phasen mit seiner Musik geholfen und am Ende konnte er sich selber leider nicht retten.

Linkin Park….das war meine erste (ok, dass klingt mega Groupie-haft) „Bandliebe“. Sie waren auf einmal da und waren anders. Sie haben einem durch diese ätzende Pubertät geholfen. Sie haben geholfen, weil man plötzlich Gefühle entwickelte, die vorher nicht da waren. Sie haben uns ein Ventil gezeigt und uns förmlich angeschrieen „WIR KENNEN DAS UND WIR WISSEN WIE SCHEIßE ALLES MAL SEIN KANN“. Man war nicht mehr ganz so alleine und hat sich deswegen mit der Band verbunden gefühlt.

Das erste Album „Hybrid Theory“ lief rauf und runter. Egal ob auf dem Weg zur Schule und im Unterricht…zu Hause, im Bett beim Einschlafen, diese Musik musste überall laufen. Noch eben ein paar Poster aus der BRAVO (haha) aufgehangen und meinen Rucksack mit den Initialen voll gemalt….also um es auf den Punkt zu bringen : Ich war Fan. Ich wusste alles über diese Band. Wie die Katze von Mike Shinoda heißt oder warum Gitarrist Brad immer Kopfhörer auf der Bühne trägt. Ich war ja nicht umsonst der „größte LP Fan aus Berlin und Brandenburg“. Jap diesen Contest gab es wirklich auf FRITZ (Radiosender) und den habe ich gewonnen. Daraufhin durfte ich die Band hinter der Bühne treffen und natürlich aufs Konzert. Immer mit dabei meine damals beste Freundin. Wir beide und Linkin Park…unzertrennlich :D. Ach so….sollte ich noch erwähnen, dass ich im Musikunterricht einen Vortrag über die Jungs gehalten habe…Na klar :D. Tolle Erinnerungen.

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(Mike Shinoda & Ich bei einem Interview für Radio ENERGY 2014)

Ich habe sie geliebt und mit jedem Jahr mehr habe ich die Texte besser verstanden und ich konnte mich mehr und mehr damit identifizieren. Ich mein ich habe keine Drogen oder ähnliches genommen, aber Herzschmerz hatte man ja immer und unverstanden hat man sich auch gefühlt! „SHUT UP WHEN I´M TALKING TO YOU!“. Wie oft man das gedacht hat.

Linkin Park waren immer irgendwie da. Wenn sie in der Stadt waren, ist man aufs Konzert gegangen. So auch 2014. Das letzte mal für mich (ohne es zu wissen). Es ist einfach unfassbar. Man kennt diesen Mann nicht, trotzdem fühlt man sich irgendwie verbunden. Er war jahrelang da und hat mich mehr verstanden als meine Eltern oder Lehrer. Jetzt kann ich die Musik nie wieder so hören wie früher. Es fühlt sich einfach anders an. Es macht einen traurig. Vor allem für seine Familie und Freunde. Letztendlich können wir froh sein, damit aufgewachsen zu sein. Jede Generation hat so etwas haben dürfen. Ob nun Nirvana, Michael Jackson, Jimmy Hendrix…jede Generation hatte sein eigenes „Idol“, was die Musikszene und das Leben der Fans geprägt hat. Nun reiht sich auch Chester Bennington ein. Leider.

Was uns bleibt ist die Musik, aber auch die Hoffnung das vielen mit der gleichen Krankheit vielleicht noch mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird. Sie ist so weit verbreitet und dennoch ist sie ein Tabuthema und wird so oft falsch verstanden. Linkin Park haben bis jetzt noch kein Statement veröffentlicht, dafür aber ein digitales Kondolenz Buch eingerichtet. Hier werden alle Nachrichten und Bilder gezeigt mit dem Hashtag RIPChester. Zusätzlich gibt es Kontaktdaten zu Selbstmord-Präventionsstellen in den USA und dem Rest der Welt, falls man Hilfe benötigt. Viele Fans spenden auch das Geld ihrer Tour-Tickets, die ja vollkommen logisch, abgesagt wurde. Ein richtiger Schritt, aber leider so ein trauriger Anlass.

Das Leben ist zu kurz. Auch wenn ihr denkt, ihr sagt euren Liebsten regelmäßig, dass ihr sie liebt…tut es bewusst und öfter. Hört einander zu und nicht weg. Wenn jemand denkt, er hat ein Problem oder ein Gefühl, was er alleine nicht bewältigen kann….HÖRT ZU!
Ich habe selber schon so oft erlebt, dass man offen im Freundeskreis gesagt hat, wie man sich fühlt und trotzdem alleine war. Seid für einander da. Oft sind es die Kleinigkeiten die einem zeigen, wie sehr man geliebt wird. Das ist in vielen Fällen schon der erste Schritt in die richtige Richtung. Vergesst das nicht und vor allen Dingen: vergesst einander nicht!

<3

Foto @ facebook.de/linkinpark

Franzi

Hallo Ihr, ich bin Franzi und das ist meine Seite. Geboren in Berlin, aufgewachsen in Disneyland, gelernt beim Radio, dann TV und nun freie Moderatorin und Redakteurin. Hier gibt es nur Dinge die mich wirklich interessieren und hinter denen ich auch stehe. Meine Arbeit und meine Erlebnisse. Dinge bei denen ich gelacht oder auch geweint habe. Ihr könnt euch sicher sein: Das bin zu 1000% ich!

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