Wie ich Vorurteile los geworden bin aka Filmkritik „ALADDIN“

Aaaaaaaaaaaaaaarabische Nächte wie die Tage vorher – sind wie jeder weiß, viel heißer als heiß, und das immer mehr!
Genau so beginnt 1992 ALADDIN als 31. von DISNEY animierter Film und auch genau so macht es seine Neuauflage!! Ab dem 23. April ist der Film in den deutschen Kinos und ob sich ein Besuch lohnt und warum man so eingefahren gegenüber der neuen Verfilmungen ist, lest ihr hier.

Was war das für eine Nachricht, dass DISNEY seine Originale wie „Die Schöne und das Biest“, „Das Dschungelbuch“ und auch „Aladdin“ neu und real verfilmen lassen will. Wie kann denn bitte ein Kerzenständer, ein singender Bär oder gar ein blauer Dschinni aus der Wunderlampe zum Leben erweckt werden?
Nein, nein, nein darauf habe ich keinen Bock.

Ich bin mit DISNEY und den Filmen aufgewachsen. Sie haben einen großen Teil zu meiner Persönlichkeit beigetragen. Neu machen bzw. irgendwelche Hollywoodstars meine Idole spielen lassen? Nein, nein, nein!

Und dann kam „Das Dschungelbuch aka The Jungel Book“. Für mich ein guter Film, der vor allem im englischen Original Spaß macht zu schauen, aber einmal gucken reicht dann doch. Dann kam „Die Schöne und das Biest“! Ich sage es so wie es ist. Ich habe mich dagegen gesträubt. Ich wollte das nicht. Es hat auch nichts daran geändert, dass einer meiner „Downton Abbey“ Lieblinge Dan Stevens (hach war das eine tolle Serie) mitspielen wird. Naja und dann war Emma Watson als Belle eigentlich ganz gut ausgewählt, aber trotzdem wollte ich ihn nicht sehen.

Einen voll schmerz geplagten Nachmittag mit einer (OHNE BETÄUBUNG) durchgeführten Wurzelbehandlung später, war ich ganz anderer Meinung.
Da saß ich nun. Voll gepumpt mit Schmerztabletten und einer gefrorenen Wange. Mein Freund hat mich gezwungen „Die Schöne und das Biest“ zu gucken.
Und was soll ich sagen: Ich war so begeistert. Es war bis ins kleinste Detail wunderschön. Die Lieder, die Kostüme, die Figuren im Schloss…ja ok über das Biest lässt sich streiten, aber es war einfach toll. Ich mag KEINE neuen Lieder in den Realfilmverfilmungen, aber „Evermore“ von Josh Groban…da kommen mir die Tränen.

Wir merken also, dass ich voller Vorurteile war und auch immer noch bin, wenn es um die geliebten DISNEY Originale geht.
Dumbo? Sorry da haben mich wirklich keine 10 Pferde reingebracht. Ich war aber auch noch nie ein Fan vom Original.

Kommen wir nun zum eigentlichen Thema: ALADDIN! Ich wollte ihn nicht sehen, aber es ist immerhin DISNEY. Wenn sie laden, dann geht man hin.

Kennt ihr dieses Gefühl, wenn man schon bei nur zwei Tönen von Musik Gänsehaut bekommt und ein Kribbeln den Körper durchfährt? So ging es mir in den ersten 5 Minuten von Aladdin! „Arabische Nächte“ im Original von Will Smith gesungen macht einen dermaßen guten Einstand.
Das kann einen auch darüber hinwegtrösten, dass die Story ziemlich schnell losgeht und Aladdin auf Jasmin innerhalb von Sekunden trifft. Mir ging das irgendwie zu schnell und an anderen Stellen vom Film ging es dann zu langsam voran.
Natürlich gibt es im Film einige Änderungen. Ich glaube die größte die mich gestört hat ist, dass Agrabah nun am Meer liegt und dadurch ganz anders aussieht und wirkt wie im Original von 1992. Enttäuscht war ich auch vom Sultan. Im Original ein keiner, naiver, liebevoller Mann, der gerne mit Miniaturtieren spielt. Hier hat er all das verloren und geht total unter, leider.
Oh und auch Aladdin war besser getroffen als Jasmin vom Aussehen bzw vom Kostüm her.
Die Chemie zwischen Mena Massoud (Aladdin) und Naomi Scott (Jasmin) ist perfekt und sie spielen diese zarte Liebe auf den ersten Blick sehr überzeugend.
Man muss beiden einfach nur eine Chance geben, auch wenn man mit hohen Erwartungen ins Kino geht. Nicht alle werden zufrieden sein, wenn man komplett vom Original ausgeht. Aber hey, man kann es nicht allen recht machen.

Die größte Angst hatte ich vor Dschinni, der von Will Smith gespielt wird. Also nicht Angst im Sinne von „Ich fürchte mich vor Geistern“, sondern eher „Wie kann das nur werden?“. Dieser große blaue Flaschengeist der immer mit den besten Sprüchen um die Ecke gekommen ist. In einer Sekunde war er eine Stewardess und dann ein Schaf. Das hat doch DISNEY’s Aladdin von 1992 ausgemacht!

Will Smith is kicking Ass, wenn ich es mal so formulieren kann! Von ihm lebt der Film! Es sind seine Gags und seine Szenen mit Mena Massoud, die den Film zu dem machen, was er ist! Eine wahrhafte Überraschung! Wie gut, dass er auch singen kann und wie toll, dass er auch seine Rap Qualitäten mit einbringen kann. Dadurch spielt er Dschinni auf seine eigene Weise. Robin Williams kann nun mal niemand ersetzen und das versucht er auch nicht. Es ist seine EIGENE Show!

Wie schon angesprochen gibt es hier und dort ein paar Änderungen und kleine neue Details. Man kann sie lieben oder sich ganz fest am Original festkrallen.

Jasmin war schon immer eine starke Prinzessin mit eigenem Willen und hier wurde das nochmal hervorgehoben. Ich finde es toll, wie die Frauen im DISNEY/Marvel Universum sich verändert haben und zu starken Anführerinnen geworden sind. Aber ich brauch nicht, dass man mir das mit einem Schlaghammer präsentiert. Leider sieht Aladdin neben der noch stärkeren Jasmin aus, wie ein kleiner Hans Wurst. Er geht etwas unter, obwohl er sehr gut gespielt ist!

Halten wir fest: Aladdin war eine absolute Überraschung für mich und ich habe den Film sehr genossen. Die Musik und die Szenen rund um Dschinni konnten über das leider etwas billig wirkende Musical Set hinwegtrösten. Der Film war unglaublich bunt und entführt einen wirklich auf dem fliegenden Teppich nach Agrabah. Auch dank einer fantastischen Tanzeinlage von Aladdin und Jasmin!

Lasst euch darauf ein! Das Original von 1992 nimmt euch ja keiner weg und Robin Williams als Dschinni auch nicht. Ich freue mich aber dennoch auf den nächsten Animierten DISNEY/PIXAR Film „A Toy Story: Alles hört auf kein Kommando“, der am 15.08. startet. Aber auch auf die nächste Realfilmverfilmung müssen wir nicht mehr lange warten. „Der König der Löwen“ startet am 18. Juli 2019 in den Kinos.

Tipp: Schaut euch den Film im englischen Original an! Die Songtexte kann man nun mal nicht eins zu eins ins Deutsche übersetzen und das sieht man dann leider auch an den Mundbewegungen. Außerdem hört man Will Smith immer gerne beim Singen zu.

HIER geht es zum original Walt Disney Studios Soundtrack von ALADDIN! Ich habe ihn rauf und runter gehört und finde vor allem „Arabian Nights“ und „Prince Ali“ sehr gelungen! Die beste Tanzszene des Films findet zu „Harvest Dance“ statt. Viel Spaß beim anschließenden hören.

  • Aladdin ab dem 23.04.2019 in den deutschen Kinos.
  • Regie: Guy Ritchie
  • Musik: Alan Menken
  • Cast: Will Smith, Mena Massoud, Naomi Scott, Marwan Kenzari, Nasim Pedrad, Numan Acar, Navid Negahban
  • Verleih: Walt Disney Studio Motion Pictures Germany
  • Bilderquelle: DISNEY
  • Mit freundlicher Unterstützung von FRANDLY PR

Franzi

Hallo Ihr, ich bin Franzi und das ist meine Seite. Geboren in Berlin, aufgewachsen in Disneyland, gelernt beim Radio, dann TV und nun freie Moderatorin und Redakteurin. Hier gibt es nur Dinge die mich wirklich interessieren und hinter denen ich auch stehe. Meine Arbeit und meine Erlebnisse. Dinge bei denen ich gelacht oder auch geweint habe. Ihr könnt euch sicher sein: Das bin zu 1000% ich!

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