Unser Spielzeug ist erwachsen! Meine Kritik zu „A Toy Story“ und was Bully zu alldem sagt!

Da ist er, der (vorerst)letzte Teil der „Toy Story“ Reihe. 1995 kam der Erste ins Kino und seitdem hat sich so einiges getan. Nicht nur technisch, sondern auch im Leben von Woody und Co..Hier gibt es meine Kritik zum 4. Teil und es gibt ein paar Auszüge aus dem Q&A mit Michael „Bully Herbig. Welcher Teil sein Favorit ist, sein erstes Spielzeug und welchen ausgefallenen Namen sein Hase hatte, erfahrt ihr unten.

Schon 2010 mussten sie sich von ihrem Kind Andy verabschieden. Sie haben alles mit Andy erlebt. Seine Geburtstage, seine Einschulung, seine Kinderkrankheiten….sie haben ihm beim Erwachsenwerden zugesehen. Andy, dass sind wir. Wir alle, die mit Toy Story aufgewachsen sind. Wir haben so extreme Bindungen zu Woody, Buzz und Rex aufgebaut, dass wir sie in unser Herz gelassen haben. Nicht nur einmal, sondern seit 1995.
Über 20 Jahre später heißt es nun Abschied nehmen. Da die Filme mit einer Wartespanne von 4 bis zu 10 Jahren (die Kurzfilme jetzt mal nicht mit gerechnet)min die Kinos gekommen sind, haben wir uns ja an den Abschied schon etwas gewöhnt, allerdings soll dieser ja nun für immer sein.
Ein Grund warum mir auch in den letzten 10 Minuten einfach nur die Tränen gelaufen sind. Wir haben uns nicht nur von unseren Helden im Kinderzimmer verabschiedet, sondern haben uns wieder selber wie ein Kind gefühlt und begriffen, dass wir nun große Kinder sind. Geht es euch auch so, dass ihr seitdem es Toy Story gibt keine Spielsachen mehr in irgendwelche Schränke packen können? Auch kann ich nicht laut etwas böses über sie sagen…ich habe regelrecht ein schlechtes Gewissen. Ich versuche ja auch meinem kleinen Neffen beizubringen, dass seine Spielsachen Gefühle haben und man ganz besonders Lieb sein muss. Ich kann es kaum erwarten, dass auch meinen Kindern beizubringen.

Toy Story bekommt genau das hin, was sich viele Filme wünschen. Er zieht einen von Anfang an mit. Eine so simple Idee (Spielzeuge die um die Liebe ihrer Kinder buhlen), die so viel in uns bewirkt. Was haben wir mitgefiebert, als Woody und Buzz bei dem bösen Nachbarsjungen Sid gefangen waren! Wie sehr haben wir uns über Jessie und Bulli gefreut, aber hatten gleichzeitig auch Angst, dass Woody nun wirklich „verschifft“ wird und wie sehr haben wir Lotso gehasst, der in der Müllpresse unsere Freunde nicht rettet! Dann noch die fantastische Musik von Randy Newman „You´ve got a friend in me“. Ich bekomme jedes Mal Gänsehaut, wenn die Musik am Anfang erklingt, gefolgt von einem großen Seufzer.

Was soll denn nun noch kommen?
So richtig in die Karten schauen lassen, hat sich Disney/Pixar dieses Mal nicht. Was man schnell gesehen hat ist, dass es eine neue Hauptfigur namens Forky geben wird und auch die beiden Plüschhasen Ducky und Bunny waren prominent auf den Plakaten vertreten. Aber was ist die Handlung? Ich bin ja vor Freude ausgerastet, als Bo Peep ins Spiel gebracht worden ist, denn bis zuletzt war es ungewiss was mit ihr passiert ist? Meine ersten Worte bei „Toy Story 3“ waren nämlich „Wo ist denn Porzellinchen hin“. Das hat mich schon sehr mitgenommen, vor allem weil es nicht richtig erklärt wurde. BIS JETZT!

Auch ich werde versuchen nicht all zu viel über die Handlung zu verraten, denn ich wünsche jedem immer die maximale Überraschung im Kino. Was ist denn eigentlich bei „A Toy Story“ los?
Bonnies Schnuppertag in der Vorschule steht an und sie will nicht hin gehen und ist am Boden zerstört. Der etwas von ihr vernachlässigte Woody will ihr helfen, denn er weiß ja aus Erfahrung wie wichtig es ist sein Kind bei solch wichtigen Tagen zu begleiten und mental zu unterstützen. Als Bonnies Tag zum einem Desaster wird, tut er genau das was er am besten kann. Er hilft seinem Kind. Und genau hier wird Forky geboren. Fast alle anderen Spielzeuge sind vergessen und Forky ist der neue Liebling in ihrem Leben. Schade nur, dass der Göffel das anders sieht und eine kleine Identitätskrise hat und überzeugt ist, in den Abfalls zu gehören. Auch hier ist Woody wieder gefragt. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht Bonnie genauso zu beschützen wie Andy.

Und genau den kann er einfach nicht vergessen. Er kann nicht loslassen und vergleicht viel mit seiner alten Zeit. Natürlich hat er sich besser mit der Situation abgefunden, als im dritten Teil aber dieser Geist spuckt immer noch in seinem Kopf. Diese Fragen „Was mache ich jetzt?“ oder  „Wer bin ich eigentlich?“, kennen wir auch aus unserem Leben. Dabei ist es eigentlich egal, wann sie uns beschäftigen. Wir wissen nur eins….wir sind etwas verloren. Und genau so ergeht es Woody nämlich.
Als er dann auch noch auf sein geliebtes Porzellinchen trifft, die komplett im Leben steht und weiß wer sie ist, gerät Woody´s heile Welt noch mehr aus den Fugen.

In diesem Film sind wir also nicht mehr Andy, sondern eher wie Woody. Wer hält sich nicht gerne an etwas gutem, aber alten fest? Eine Zeit die uns so glücklich gemacht hat. Die uns erfüllt hat und in der wir wussten wer wir sind. Eine Person mit der wir uns geborgen fühlen und sicher gefühlt haben! Was passiert wenn das weg bricht und man sich neu orientieren muss! Man schafft es vielleicht sich mit der neuen Situation anzufreunden, aber sich so richtig damit abfinden kann man nicht.
Natürlich muss man auch den 4. Teil oder generell die ganze Reihe nicht so deep sehen oder philosophieren, aber wenn man seit über 20 Jahren immer wieder mit Woody, Buzz und Specki spielen darf, wenn auch nur auf der großen Leinwand, dann kann man schon hier und da Parallelen zu seinem eigenen Leben entdecken. Disney halt. Genau dass ist auch der Grund, warum mich „A Toy Story“ zu weinen gebracht hat. Ich sehe immer viel von mir, in den Filmen. Und nun…..ja also nun….seht selbst.
Ich kann einfach nur sagen, dass Toy Story die einzige Filmreihe ist, die von Film zu Film besser geworden ist. Technisch natürlich, aber auch von der Story.

Wie Michael „Bully“ Herbig sagen würde „Er ist fast schon episch“. Zum 2. Mal spricht er nämlich unseren Lieblings Sheriff Woody. Disney Deutschland hat zusammen mit Frandly PR zum exklusiven Screening von „A Toy Story: Alles hört auf kein Kommando“ geladen. Das alleine hat mich schon aufschreien lassen, aber als es dann noch hieß, ich darf Bully treffen, bin ich ganz dezent (minimal….) ausgerastet. Ich bin mit der „Bullyparade“ aufgewachsen und habe alle Filme im Kino gesehen. Noch jetzt kann ich mich an „Der Schuh des Manitu“ nicht satt sehen!
Am Montag war es dann so weit. Die Tage davor habe ich immer wieder hin und her überlegt was ich anziehe 🙂 Mädchen Klischee, aber so war es. Aufgeregt ging es ab zum Zoo Palast. Auch Sharina war dabei und gemeinsam mit unseren Männern, haben wir uns auf einen schönen Abend gefreut.


Dann ging es ab zu Bully und er war einfach so nett. Ganz höflich ist er zu allen (ich glaube wir waren so ca. 20) hingegangen und hat jedem die Hand gegeben. Gleich zu Beginn hat er uns verraten, dass er den kompletten Film selber noch nicht gesehen hat. Lediglich ein paar Clips und kurze Szenen gab es für ihn, die er dann synchronisiert hat. Er war also sehr gespannt auf das finale Ergebnis. Dann hatten wir so knapp pro Person 2 Minuten Zeit um kurze Fragen zu stellen und Fotos zu machen. Ich muss ja wirklich sagen, aus Berufsgründen habe ich schon viele Stars und Sternchen treffen dürfen, aber so jemanden wie Bully….das gab es selten. Bodenständig, authentisch und wirklich nett. Kein oberflächliches professionelles Nett, sondern wirklich ehrlich nett.
Ich habe mich noch für die Bullyparade bei ihm bedankt und natürlich gefragt, ob wir auf eine Reunion hoffen dürfen. „Ich glaube nicht! Das war eine schöne Zeit, aber man muss die Dinge auch sein lassen.“ Das war es also mit meiner Hoffnung auf einen 2. Bullyparade Film. Ja ok, zugegeben war es kein extremer Hit, aber lustig war er allemal und sehr schön um in die Vergangenheit zu reisen.

Als wir fertig waren, ging es zurück ins Kino, samt Bully natürlich, denn er hat sich mit den andern knapp 100 Besuchern den Film angeschaut. Und auch hier muss ich sagen, fand ich es super sympathisch, dass er sich nicht zurück gezogen hat und alleine geschaut hat, sondern auch direkt die Reaktionen des Publikums mitbekommen hat.
Da es für mich schon das 3. Mal war (1 mal in OV, 2 mal auf Deutsch) konnte ich mich mehr auf das Publikum konzentrieren. Wie reagieren sie? Wo lachen sie? Wie sind die Emotionen? Das war sehr spannend zu sehen.
Natürlich hat der Film auch beim 3. Mal nichts von seiner Wirkung verloren. Direkt nach dem Film gab es ein Q&A mit Michael Bully Herbig. Auch hier konnten alle nochmal Fragen stellen.

Was hat Michael „Bully“ Herbig  erzählt?

Was war sein erstes Spielzeug:
Er hatte als Kind einen Hasen namens (und Achtung jetzt wird es richtig wild) Hasi und einen Ball, namens Ball……jap das war sein Name. Zu Hause versucht er schon seine oder die Spielzeuge von seinem 9 jährigen Sohn nicht in Kisten zu sperren. Auch die Schlümpfe aus seiner Kindheit sind wieder bei ihm eingezogen. Zwar wurden sie erstmal, nachdem sie vom Dachboden geholt wurden, in die Spülmaschine gepackt, aber jetzt spielt sein Sohn damit. Ganz nach der Rede von Woody aus dem 3.Teil „Irgendwann hat Andy selber Kinder und dann spielen sie mit uns!“.

Wie ist es seine eigene Stimme im Film zuhören?
Er hat gar kein Problem damit. Viele Schauspielkollegen können ja zum Beispiel nicht mal die eigene Filme anschauen. Anders ist es bei ihm. Er schaltet dass dann eher aus, dass ER dort gerade ist. Er erwischt sich sogar dabei, wie er bei „Der Schuh des Manitu“, vor allem wenn der Film im Weihnachtsprogramm läuft, mitlacht und sich sagt: „Das war schon lustig, was wir gemacht haben“!

Ein Comeback der Bullyparade?
Diese Frage hat also nicht nur mich interessiert. Er hat auch hier gesagt, dass man los lassen muss. Er hätte schon Lust, aber diese Zeit ist einfach vorbei. Alle 3 treffen sich aber noch regelmäßig und haben sogar einen Stammtisch. Hier muss ich sagen, war ich total erleichtert, denn es gab ja zeitlang das Gerücht, dass Rick Kavanian und Bully nicht mehr so mit Christian Tramitz befreundet sind. Dazu kam auch noch , dass Rick Bullys Trauzeuge war (und andersrum sogar auch)….und dann kam im TV die neue Sketch Show „Tramitz & Friends“. Das finde ich total traurig, weil man immer dieses Dreiergespann im Kopf hatte. Aber nein, alles gut. Puuuuuuuuh! Vielleicht ergibt sich ja sogar nochmal die Chance, dass alle 3 im gleichen Film sprechen. Immerhin spricht Rick „Rex“ und Christian Tramitz „Ken“ im 3. Teil.

Was haben er und Woody gemeinsam?
Woody ist ja ein kleiner Spießer und für alles gibt es immer einen Plan. Auch Bully hat gerne viel unter Kontrolle und ist vor allem zu Hause sehr ordentlich. Hier werden sich die Schuhe ausgezogen und das verlangt er von seinen Gästen auch. Er wischt auch das Wasser von den Gläsern auf den Tischen weg, damit es keine Kalkflecken gibt. Super!

Welchen mag er mehr? Den 3. oder den 4. Teil?
Er fand den 3. auch schon sehr sehr gut, aber der 4. hat ihn geschlagen. Er ist einfach offener und etwas abenteuerlicher.

Wieviel Einfluss hatte er auf das deutsche Synchrondrehbuch?
Nicht so viel wie man denkt, aber auch nicht zu wenig. Im Original ist es ja Tom Hanks und man versucht hier schon sehr nah am Original zu bleiben. Das gelingt natürlich nicht immer, also kann er schon Vorschläge bringen, damit auch der Witz nicht ganz verloren geht. Eine besondere Geschichte gab es rund um den Namen der 3 Schafe von Porzelinnchen. Zum ersten Mal erfährt man diese nämlich im neuen Teil. Er sollte zum wiederholten Male verschiedene Namen einsprechen und der Regisseur hat ihm immer wieder neue Namen gesagt…und dann kamen irgendwie aus dem Nichts der einzig richtige Name. (Den möchte ich hier aus Spoiler gründen nicht verraten)

Noch mehr Antworten gibt es auch auf IG in meinen Story Highlights. Ich hoffe aber ich konnte euch ein wenig mit nehmen.

“A Toy Story: Alles hört auf kein Kommando“ ist einfach ein wunderbarer extrem schöner Film! Die Technik ist einfach überhaupt nicht mehr vergleichbar von vor 20 Jahren. Selbst von Teil 3 zu jetzt hat sich so viel entwickelt. Er hat so viel Herz und Liebe zum Detail und ist einfach ein rund um schöner Abschluss, wenn es denn einer ist 😉
Ich wiederhole mich, aber diese Reihe ist einfach perfekt und hat nicht nur ihr Niveau gehalten, sondern ist sogar noch besser geworden!

 

Franzi

Hallo Ihr, ich bin Franzi und das ist meine Seite. Geboren in Berlin, aufgewachsen in Disneyland, gelernt beim Radio, dann TV und nun freie Moderatorin und Redakteurin. Hier gibt es nur Dinge die mich wirklich interessieren und hinter denen ich auch stehe. Meine Arbeit und meine Erlebnisse. Dinge bei denen ich gelacht oder auch geweint habe. Ihr könnt euch sicher sein: Das bin zu 1000% ich!

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  • So ein toller Beitrag! Ich liebe die Fotos wahnsinnig 🙂

    Ich habe den Film auch vergangenen Samstag im Kino gesehen und bin absolut begeistert, fand die Puppen teilweise echt gruselig muss ich sagen haha 😀

    Ich hab den Film so gefeiert und auch so geweint am Ende! Ich kann es kaum erwarten, den Film noch mal zu schauen 🙂

    Liebste Grüße
    Ivy

  • COMMENT (1)

    1. Ivy 20th August 2019 at 1:51 pm -

      So ein toller Beitrag! Ich liebe die Fotos wahnsinnig 🙂

      Ich habe den Film auch vergangenen Samstag im Kino gesehen und bin absolut begeistert, fand die Puppen teilweise echt gruselig muss ich sagen haha 😀

      Ich hab den Film so gefeiert und auch so geweint am Ende! Ich kann es kaum erwarten, den Film noch mal zu schauen 🙂

      Liebste Grüße
      Ivy

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