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Von brennenden Bräuten und Hochzeitsbriefmarken – Do´s and Don´ts für eure Hochzeit Teil 1

Ich war das aller erste Mal auf einer Hochzeitsmesse. „Wir Heiraten – die kleine feine Hochzeitsmesse“ fand in Berlin zum ersten Mal statt und war genau das, was der Name sagt: Klein und Fein. 12 Aussteller haben ihr Können gezeigt und ich fand es viel schöner als große Messen, wo ich immer das Gefühl hätte man will mir etwas aufschwatzen und mich über den Tisch ziehen. Es ist voll und eng und irgendwann setzt der Tunnelblick ein.
Ganz anders am Sonntag in dem Hotel „Alte Feuerwache“. Passend zur Messe kann man natürlich in dem Hotel auch heiraten. Von Designerin bis hin zur Hochzeits-Homepage. Hier fand man viele tolle Inspirationen und natürlich den passenden Dienstleister.

Da ich auch vorhabe IRGENDWANN mal (kein Druck) zu heiraten, interessierte mich am meisten worauf man als Brautpaar alles achten sollte. Was haben die Profis für Tipps, damit es wirklich zum schönsten Tag wird.
Wann sollte man mit der Planung anfangen? Wie finde ich das perfekte Kleid und was zur Hölle mache ich, wenn ich am Tag selber keine Zeit für Hochzeitsbilder habe?
Hier findet ihr Antworten  und Tipps für eure anstehende Hochzeit: (und nein ich bekomme kein Geld von irgendjemanden ;))

HOCHZEITS-HOMEPAGE:
Keine Hochzeit ohne eingeladene Gäste. Natürlich kann man auch ganz alleine heiraten, aber da wäre oft der Familienkrieg vorprogrammiert. Damit dass nicht passiert gibt es einen neuen Trend: Hochzeits-Homepage. So kann man seine Gäste ganz zeitgemäß über eine Seite auf dem Laufenden halten und so auch einladen. Darum kümmert sich Nico Boewer mit seiner Firma „Sirpage“

Was bringt eine Hochzeits-Homepage?

Nico: Es ist die perfekte Alternative zur Einladungskarte. So hat man mehr Platz für Persönliches und Infos über den Hochzeitsablauf. Zum Beispiel einen Hochzeitscountdown und ein Gästebuch für persönliche Nachrichten. Das Brautpaar kann Bilder mit allen Liebsten teilen.

Woher kommt die Idee? Wie bist du drauf gekommen?

Nico: Ich war schon immer technisch begeistert und wollte was besonderes machen. Ich habe das auch für meine eigene Hochzeit benutzt, da wir zu faul waren hunderte von Karten zu schreiben und dann war zu wenig Platz auf der Karte. Außerdem
wollten wir auch nach der Hochzeit unsere Bilder schnell angucken und zeigen können

Was ist dein tipp für das Brautpaar?

Nico: Erzählt eure persönliche Kennenlern- u. Liebesgeschichte mit schönen Bildern. Verseht die page mit einem Passwort, dann können wirklich nur eure liebsten darauf zugreifen und teilt eure Hochzeit auch mit denen, die ihr aus anderen gründen nicht einladen konntet.

Ist das besser als eine Einladung? Was sind die Vorteile?

Nico: Man kann auch beides kombinieren. Klassische Einladungskarte mit Verweis auf die moderne Internetseite. Eure Gäste können viel leichter zu- oder absagen dank dem Formular. Es ist immer und überall griffbereit, auch nach der Hochzeit. Wie HIER.

HOCHZEITSKLEID:
Woran denkt man als erstes, wenn man über Hochzeiten redet? Natürlich das Kleid. Das wichtigste Kleid im Leben einer Frau. Damit alles sitzt und die Gäste in Ohnmacht fallen, schneidert euch Modedesignerin Sandra Sieger das Kleid auf den Leib. Für ihr Label „sasabee“ entwirft und fertigt nicht nur Hochzeitskleider an, sondern auch Kleider für Festlichkeiten oder für den Alltag.

Sandra: Bei mir ist alles selber entworfen oder die Brautpaare kommen hin und haben eine bestimmte Vorstellung und dann versuche ich das nach den Vorstellungen umzusetzen. Mit Stoffauswahl und Schuhauswahl, bei mir bekommt man ein komplettes Paket.

Gibt es aktuell ein Trend in Sachen Hochzeitskleidern?

Sandra: Es gibt keinen. Jede Frau hat ihre eigene Vorstellung und jede Frau hat eine andere. Manche wollen ein Prinzessinnen Kleid, einen geraden Schritt oder etwas schlichtes. Jede Frau ist da individuell. Also man kann nicht sagen Prinzessinen Kleider sind gerade wieder im Kommen. Was auch immer der Fall ist, nicht jedes Kleid passt zu jeder Vorstellung die man hat. Da muss man sich als Braut auch ein bisschen leiten lassen von den Kleidern oder Designern. Was auch wichtig ist, nicht mit einem fest eingefahrenen Gedanken kommen, sondern einfach offen zu sein.

Wie viele Träume sind schon zerplatzt??

Sandra: Man probiert sich so durch und manche Bräute kriegen es gar nicht mit, dass der Traum platzt. Man hat ja immer eine Vorstellung und dann manchmal sieht man dann doch ein anderes Kleid und denkt: „Das ist es“! Es ist dann sehr schön, wenn die Frauen ein Glitzern in den Augen haben und sagen: „Wow da fühle ich mich wohl und das ist toll“. Es ist sehr schön, dass so mitzuerleben.

Was ist denn dein Tipp für eine Braut in Spe?

Sandra: Zeitig anfangen mit dem Kleid und auf die Suche gehen. Inspirieren lassen, sich mehrere Sachen angucken und sich nicht versteifen. Auch keine 100 Kleider aussuchen und probieren. Maximal 10 und aus diesen dann gucken. Da gefällt einem vielleicht die Spitze nicht, aber der Schnitt ist super. Dann kommt man auch in die richtige Richtung des perfekten Brautkleides.

STYLING:
Neben dem Kleid ist das Make-Up das wichtigste für die Braut. Um nicht nur wasserfestes Make-Up, kümmert sie die mobile Brautstylistin Peggy Passehl.

Viele Bräute haben kein Probe Make-Up. Ist das ein Fehler?

Peggy: Ohne Probetermin läuft bei mir nichts. Das es ist für beide Seiten wichtig. Für die Braut weil sie halt noch keine Vorstellung hat. Sie möchte viele Dinge ausprobieren und diese Zeit hat man am Hochzeitstag nicht. Da ist keine Zeit auch viel an den Haaren rum zu probieren. Die Haare leiden natürlich auch und haben dann vielleicht schon Locken von einer anderen Frisur, deswegen immer vorher ausprobieren. Die Mehrzahl der Bräute haben auch schon genau eine Vorstellung von dem was sie wollen und dann kann man das austesten.

Was für einen Trend gibt es denn aktuell bei den Frisuren und Make-Up? 

Peggy: Ich habe zunehmend Flechtelemente, Flechtzöpfe. Also lockere Zöpfe mit geflochtenen Elementen und Locken drin. Lockere, romantische Haare und nicht zu streng und schlichtere Make Ups. Ich hatte auch eine Braut wo ich schichtweise alles runter nehmen musste, weil ihr doch alles zu viel war und dann hatte sie nur Wimperntusche drauf. Man soll sich einfach wohl fühlen. Ich bin auch nicht böse wenn da Kritik kommt. Das ist ganz wichtig. Es ist alles eine Geschmacksfrage und eine gute Stylistin wird da auch nie beleidigt sein.

Dein Tipp:

Peggy: Bei Zeiten seine Wunsch-Stylistin buchen. Nicht zu viel Zeit, gerade bestimmte Termin 7.07 oder so sind sehr gefragt. Nicht zu lange warten und ehrlich sein was man möchte.

FOTOGRAFIE:
Mandy Straub hält die Hochzeit für die Ewigkeit fest und begleitet euch auf Schritt und Tritt mit ihrer Kamera. Sie ist gemeinsam mit ihrem Mann die Inhaberin von „Straubstudio“. Ein neuer Trend: „After Wedding“:

Mandy: „After Wedding“ heißt, dass an dem Tag nach der Hochzeit das Brautpaar getrasht werden kann. Das man das schmutzig macht und dann vielleicht in den See springt. Viele Paare haben auf ihrer Hochzeit gar keine Zeit für ein Shooting. So kann man das am nächsten Tag ganz in Ruhe machen und das Kleid kann auch eingesaut werden. Das macht dann auch nochmal Spaß und es entstehen tolle Bilder.

Ich habe im Sommer jetzt zum Beispiel eine Braut, die möchte gerne dass ihr Kleid brennt! Dummerweise mit ihr aber noch drin. Wie wir das hinbekommen, muss ich erstmal sehen. Müssen wir hoffen, dass gleich ein See in der Nähe ist. Aber es ist ja an der Ostsee, da haben wir ja das Wasser drumrum.

Was war denn das aufregendste was du erlebt hast beim shooten? 

Mandy: Kann ich gar nicht sagen. Schön sind sie alle. Ich weine ja immer sofort mit. Ich hatte ein Paar in Chorin (Brandenburg) und die waren so emotional, dass ich mit weinen musste. Die Standesbeamtin und der Brautvater mussten mich trösten. Ich bin ja auch in der Familie integriert. Es gibt nichts schlimmeres, als wenn du mit dem Brautpaar zusammen bist oder die mit dem Fotografen und die Chemie stimmt nicht. Deswegen muss das passen. Sonst gebe ich die Brautpaare auch gerne weiter, das ist auch kein Problem.

Gibt es da aktuell Trends? Oder sind die Fotos noch sehr klassisch gewünscht.

Mandy: Es muss sein, dass die Gruppenfotos gemacht werden. Ich gebe den Paaren auch eine Liste mit, damit sie vorher schauen können welche Gruppenfotos brauchen wir. Die wird es immer geben, alleine schon weil Tante, Oma, Opa diese klassischen Bilder wollen. Ansonsten geht der Trend nach wie vor in die Vintage Richtung. Also das geht ja schon lange so. Auch Landhochzeiten…alles nicht mehr so steif. Keine roten Rosen um Gottes willen und einfach alles ein bisschen lockerer. Ich sage meinen Paaren immer es ist eure Hochzeit. Lasst euch nicht reinreden!

Dein Tipp für die Brautpaare?

Mandy: Nehmt euch idealerweise Trauzeugen, denen ihr sehr viel abgebt. Versucht nicht alles alleine zu managen, denn eine Hochzeit ist nie so, wie sie geplant wird. Versucht abzugeben, den Tag zu genießen und los zu lassen. Ich versuche auch immer als Puffer zu fungieren, dass das Paar kein Stress hat und den Tag genießen kann.

DEKORATION/GESCHENKE:
Die passende Dekoration und kleine Geschenke für die Gäste sind sehr wichtig, aber kommen oft zu kurz. Damit das nicht passiert, kümmert sich Silke Van Ballaer mit ihrer Manufaktur „Zuckerbohnen“ um Tischkarten und Einladungen.

Silke: Egal ob Gastgeschenke oder Tischdeko für mich ist das individuelle das Besondere. Es gibt keine Standards sondern ich fertige für jedes Brautpaar das, was es sich wünscht. Menükarten, Freudentränen, Hochzeitswunderkerzen…besonders beliebt sind die Wundertüten für die Kinder. Da ist was zum spielen, dass die etwas beschäftigt sind und länger am Tisch sitzen.

Was sind denn Freudentränen?

Silke: Das ist ein Taschentuch, wenn die eine oder andere Träne fließen sollte. Die Verpackung ist auch an das Hochzeitsdesign angepasst.

Kannst du denn einen Trend in der Hochzeitswelt beobachten?

Silke: Manches ist ein Hype was ich nicht gut finde. Viele kommen auf Messen zu mir und sagen, dass sie ihren Gästen lieber einen Cashmir Schal geben, wenn es kalt ist. Da sind sie bei mir an der falschen Adresse. Ich habe Kleinigkeiten die individuell gemacht sind, aber es sind Dinge für um die 2 Euro. Was mich stört ist dieses „Weiter, Höher, Schneller, Besser. Sich immer vergleichen mit Freunden und das man sich toppt! Das ist eine Entwicklung die ich schade finde. Denn auch Kleinigkeiten machen etwas aus, solange es liebevoll ist und praktisch ist!

Was ist denn der Renner bei dir im Geschäft?

Silke: Seit letztem Jahr die Hangover Kits! Also um den Morgen nach der Trauung zu überleben. Sei es mit einem Deo, Haargummi, Aspirin. Traubenzucker, Lippenpflege oder Kaugummi. Man kann es individuell bei mir gestalten lassen. Da sagen wirklich viele, dass sie das brauchen. Vor allem wenn die Feier mit Übernachtung ist! Das Besonderste hatte ich aber letztes Jahr. Die habe ich fast ein Jahr betreut und da waren dann die Briefmarken individualisiert, da waren die Kugelschreiber passend. Ich habe ein individuelles Kreuzworträtsel gestaltet. Also es geht manches auch über das hinaus, was du hier jetzt sehen kannst.

Dein Tipp für Brautpaare?

Silke: Ich glaube sich nicht so sehr beeinflussen zu lassen. Egal ob Familie oder Freunde. Einfach das Ding machen wo beide zu stehen. Eine gemeinsame Linie finden und darüber reden. Manchmal merke ich bei Gesprächen, dass sie sich noch nie als Paar ausgetauscht haben.

In Teil 2 erfahrt ihr den meist gewünschten Song auf einer Hochzeit und warum die Hochzeits-Homepage die gewöhnlichen Einladungen ablösen wird.

Foto und Rechte @ Paul Richter.

Franzi

Hallo Ihr, ich bin Franzi und das ist meine Seite. Geboren in Berlin, aufgewachsen in Disneyland, gelernt beim Radio, dann TV und nun freie Moderatorin und Redakteurin. Hier gibt es nur Dinge die mich wirklich interessieren und hinter denen ich auch stehe. Meine Arbeit und meine Erlebnisse. Dinge bei denen ich gelacht oder auch geweint habe. Ihr könnt euch sicher sein: Das bin zu 1000% ich!

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